Der Sicherheitsbestand (engl. Safety Stock) ist zusätzlicher Bestand als Puffer gegen Nachfragespitzen oder Lieferverzögerungen, um das Risiko zu senken, dass ein Artikel ausgeht.
Der Sicherheitsbestand (engl. Safety Stock) ist zusätzlicher Bestand, der bewusst als Puffer gegen die zwei Dinge vorgehalten wird, die bei Lagerbestand zuverlässig schiefgehen: Nachfragespitzen und Lieferverzögerungen. Er ist der Teil des Regals, den Sie in einer normalen Woche nicht anzutasten planen - er existiert, damit eine verspätete Lieferung oder eine ungewöhnlich hektische Woche die Arbeit nicht zum Stillstand bringt. Am wichtigsten ist das Konzept bei schnell drehendem Verbrauchsmaterial - Handschuhe, Schrauben, Toner, Dichtungen -, wo ein Leerstand den ganz normalen Arbeitsalltag lahmlegt und nicht bloß irgendein fernes Projekt.
Warum Unternehmen einen Sicherheitsbestand halten
Drei Unsicherheitsquellen rechtfertigen den Puffer:
- Nachfrageschwankung - der Verbrauch ist ein Durchschnitt, keine Konstante. Ein neuer Vertrag, ein saisonaler Andrang oder eine harte Woche kann den Verbrauch verdoppeln.
- Lieferschwankung - Lieferungen treffen verspätet, unvollständig oder mit Ersatzartikeln ein. Die Lieferzeiten des Lieferanten beschreiben seine guten Wochen.
- Zählungenauigkeit - das System sagt 12, das Regal zeigt 7, und niemand merkt es bis zur Inventur. Der Puffer schluckt die Lücke, während der Datensatz korrigiert wird.
Ohne Sicherheitsbestand wird jedes davon zu einem Fehlbestand. Mit ihm zu einem Ereignis, das nur im Bericht auftaucht.
Eine einfache Formel
Sicherheitsbestand = (maximaler Tagesverbrauch x maximale Lieferzeit) - (durchschnittlicher Tagesverbrauch x durchschnittliche Lieferzeit)
Durchgerechnet: Ein Team verbraucht im Schnitt 4 Kartons Handschuhe pro Tag bei 5 Tagen Lieferzeit, hat aber schon Wochen mit 6 Kartons pro Tag und Lieferungen über 8 Tage erlebt. Sicherheitsbestand = (6 x 8) - (4 x 5) = 48 - 20 = 28 Kartons. Das deckt die schlimmste tatsächlich beobachtete Kombination ab. Stärker statistisch geprägte Ansätze mit Servicegraden und Standardabweichungen passen zu Lagern mit reichlich Daten - für kleine Inventare ist die Methode „Maximum minus Durchschnitt” transparent und leicht zu überprüfen.
Sicherheitsbestand vs. Meldebestand und Mindestbestand
Diese drei werden ständig durcheinandergeworfen. Der Sicherheitsbestand ist eine vorgehaltene Menge. Der Meldebestand ist ein Auslöser, der darauf aufsetzt: der erwartete Verbrauch während der Lieferzeit plus der Sicherheitsbestand. Der Mindestbestand ist die Untergrenze - in den meisten kleinen Unternehmen schlicht der Sicherheitsbestand unter anderem Namen. Die praktische Abfolge: Der Bestand fällt auf den Meldebestand, eine Bestellung geht raus, und wenn während der Wartezeit etwas schiefgeht, wird der Puffer angetastet statt der Plan über den Haufen geworfen.
Wann ist es zu viel
Der Sicherheitsbestand ist eine Versicherung, und jede Versicherung hat ihre Prämie: gebundenes Kapital, Regalfläche und - bei Artikeln mit Mindesthaltbarkeit - Bestand, der hinten unbemerkt abläuft. Zwei Warnsignale dafür, dass ein Puffer über seinen Nutzen hinausgewachsen ist: Der Sicherheitsbestand eines Artikels übersteigt, was ein ganzer Lieferzyklus verbraucht, oder der Puffer verdeckt ein chronisches Problem, das sich an der Quelle besser lösen lässt. Trifft jeder Wareneingang verspätet ein, gehört das Gespräch zum Lieferanten, nicht in die Tabelle. Puffer für datierte Ware brauchen FIFO-Disziplin, sonst landet die Versicherung im Müll.
Safety Stock in der Praxis
Die meisten kleinen Teams verwalten den Sicherheitsbestand nicht als eigenes Ritual - sie bauen ihn direkt in den Auslöser ein. In einem System wie AMPthilly steckt der Puffer im Meldebestand und Zielbestand je Verbrauchsartikel, sodass der Bestellstand den Puffer bereits enthält. Die Gewohnheit, die das trägt: nach jedem Fehlbestand oder Beinahe-Fehlbestand neu berechnen und den Puffer kürzen, wenn mehrere Zyklen vergangen sind, ohne dass er angetastet wurde.
Verwandte Begriffe
- Consumables - das nachbestellbare Material, das der Sicherheitsbestand meist absichert
- Purchase Order - die Bestellung, für die der Puffer Zeit verschafft
- Goods Receiving - der Schritt, der den Puffer auffüllt und die Zählungen ehrlich hält
- Stocktake - wie eine Zählabweichung den Puffer aufzehrt
- Minimum Order Quantity - die Lieferantenvorgabe, die manchmal den Puffer für Sie festlegt